6:1-GALA! Doch Kimmich sieht, was Bayern noch fehlt
Sechs Tore gegen RB Leipzig, ein Dreierpack von Luis Díaz und ein begeistertes Publikum in der Allianz Arena. Eigentlich könnte beim FC Bayern nach dieser Vorstellung jeder rundum zufrieden sein. Doch Joshua Kimmich schaut genauer hin. Und seine Worte zeigen, warum dieser Mannschaft selbst ein 6:1 nicht genügen sollte.
Der Rekordmeister spielte Leipzig über weite Strecken an die Wand. Tempo, Pressing, Kombinationen – besonders in der ersten Stunde wirkte Bayern nahezu unaufhaltsam.
Kimmich sprach anschließend von einer Leistung auf einem anderen Niveau. Die letzten 30 Minuten bewertete er dagegen lediglich als ordentlich.
Eine kleine Bemerkung? Vielleicht. Aber eine, die viel über Bayerns Ansprüche verrät.
Sechs Tore können auch blenden!
Natürlich war der Sieg beeindruckend. Leipzig fand lange kaum Antworten auf die Münchner Angriffswucht.
Doch genau hier liegt die Gefahr: Wer nur auf die Anzeigetafel schaut, übersieht die Unterschiede innerhalb einer Partie.
Nach den Wechseln ging etwas vom Rhythmus verloren. Das ist bei einer komfortablen Führung nicht ungewöhnlich.
Trotzdem bleibt die Frage: Warum gelang es Bayern nicht, die Kontrolle und Intensität der ersten Stunde bis zum Schluss aufrechtzuerhalten?
Das späte Gegentor zum 6:1 ist angesichts des Spielverlaufs keine Katastrophe. Es erinnert aber daran, dass auch ein dominanter Auftritt nicht automatisch perfekt ist.
Gegen Arsenal zählt mehr als ein Torfestival
Am Mittwoch wartet mit Arsenal eine ganz andere Herausforderung.
Dort werden nicht nur die spektakulären Offensivaktionen entscheidend sein. Bayern muss auch dann konzentriert bleiben, wenn der Gegner Druck entwickelt und die eigene Mannschaft nicht mehr im höchsten Tempo spielt.
Genau deshalb gefällt mir Kimmichs Haltung.
Er feiert den Sieg, freut sich über Díaz und erkennt die herausragende Leistung an. Gleichzeitig unterscheidet er zwischen einer überragenden Stunde und einer weniger überzeugenden Schlussphase.
Das ist kein unnötiges Nörgeln. Das ist der Anspruch, den ein europäischer Spitzenklub haben muss.
Ein 6:1 darf gefeiert werden. Aber es sollte niemanden glauben lassen, dass bereits alles perfekt funktioniert.
Denn die wirklich großen Mannschaften erkennt man nicht nur daran, wie viele Tore sie erzielen.
Sondern auch daran, wie konsequent sie ihre Leistung über 90 Minuten abrufen.
Mia san mia!