73 Tore, Double und WM-Glanz: Kann man Harry Kane den Ballon d’Or wirklich verwehren?
Harry Kane hat eine Saison gespielt, die selbst für die außergewöhnlichen Maßstäbe des FC Bayern kaum zu begreifen ist. Tore am Fließband, zwei Titel mit den Münchnern und ein starkes WM-Turnier mit England – der 33-Jährige hat nahezu alles geliefert, was ein Kandidat für den Ballon d’Or liefern kann.
Nun stellt sich nur noch eine Frage: Reicht das tatsächlich für den Goldenen Ball?
73 Tore – Zahlen, die kaum noch real wirken
Kanes Bilanz spricht eine deutliche Sprache. Insgesamt erzielte der englische Nationalmannschaftskapitän in der vergangenen Saison 73 Treffer für den FC Bayern und die Three Lions.
Allein im Bayern-Trikot kam Kane auf unglaubliche 61 Pflichtspieltore.
36 davon erzielte er in der Bundesliga und sicherte sich damit erneut den Goldenen Schuh als bester Liga-Torjäger Europas. Doch Kane war längst nicht nur eine Tormaschine.
Er war Spielmacher, Führungsspieler, Anspielstation und Vollstrecker zugleich.
Genau darin liegt vielleicht sein größtes Argument im Kampf um den Ballon d’Or: Der Engländer beeinflusst das Bayern-Spiel inzwischen weit über den Strafraum hinaus.
Endlich Titel – und gleich das Double
Jahrelang wurde Kane vorgeworfen, dass ihm die großen Titel fehlen würden.
Dieses Argument ist inzwischen Geschichte.
Mit Bayern gewann er sowohl die deutsche Meisterschaft als auch den DFB-Pokal. Gerade im Pokalfinale zeigte Kane noch einmal eindrucksvoll, welche Bedeutung er für diese Mannschaft besitzt.
Drei Tore gegen den VfB Stuttgart, der Pokal nach München – und eine Saison, die endgültig historischen Charakter bekam.
Ausgerechnet der Spieler, der jahrelang wegen seiner fehlenden Trophäen belächelt wurde, entwickelte sich beim FC Bayern zum Gesicht einer Double-Saison.
Auch bei der WM liefert Kane
Doch Kanes Argumente beschränken sich nicht auf München.
Bei der Weltmeisterschaft führte er England mit sechs Treffern auf den dritten Platz und bewies damit erneut, dass er auch auf der größten internationalen Bühne liefern kann.
Damit vereint Kane genau jene Faktoren, die bei einer Ballon-d’Or-Wahl normalerweise entscheidend sind: individuelle Klasse, außergewöhnliche Statistiken, Titel mit dem Verein und starke Leistungen für die Nationalmannschaft.
Viel mehr kann ein Spieler innerhalb einer Saison eigentlich kaum tun.
Die Konkurrenz ist trotzdem brutal
Ein Selbstläufer wird die Wahl dennoch nicht.
Mit Kylian Mbappé und Lamine Yamal stehen zwei Superstars bereit, die ebenfalls starke Argumente besitzen. Auch andere Kandidaten könnten bei den internationalen Journalisten viele Stimmen sammeln.
Gerade beim Ballon d’Or spielen neben den nackten Zahlen häufig auch große internationale Titel, Wahrnehmung und die entscheidenden Momente der Saison eine Rolle.
Kane selbst hält sich mit öffentlichen Forderungen auffällig zurück.
Während andere Kandidaten ihre Ambitionen offensiv formulieren, spricht der Bayern-Star lieber auf dem Platz.
Und dort war seine Botschaft kaum zu übersehen.
Bayern hat endlich wieder einen echten Ballon-d’Or-Kandidaten
Für den FC Bayern wäre ein Triumph Kanes von enormer Bedeutung.
Der Rekordmeister hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Weltklassespieler in seinen Reihen, doch beim Ballon d’Or fehlte häufig die ganz große internationale Anerkennung.
Bei Kane könnte es diesmal anders aussehen.
73 Tore. Das Double. Europas bester Liga-Torjäger. Eine starke Weltmeisterschaft.
Natürlich gibt es Konkurrenz.
Aber sollte eine solche Saison nicht reichen, stellt sich aus Bayern-Sicht zwangsläufig die Frage: Was müsste Harry Kane eigentlich noch tun?
Am 26. Oktober gibt es die Antwort.
Bis dahin darf München hoffen, dass eine der außergewöhnlichsten Spielzeiten eines Bayern-Stürmers tatsächlich mit dem größten individuellen Preis des Weltfußballs gekrönt wird.