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Analysen

Basler zerreißt Kompany: „So spielt kein Bayern, der Europa erobern will!“

Basler zerreißt Kompany: „So spielt kein Bayern, der Europa erobern will!“

Der FC Bayern gewinnt, sammelt Punkte und ist auch in der Champions League erfolgreich gestartet. Eigentlich könnte die Stimmung in München hervorragend sein. Doch ausgerechnet Ex-Bayern-Star Mario Basler schlägt jetzt Alarm – und seine Kritik an der Mannschaft von Vincent Kompany hat es in sich.

Dem 57-Jährigen gefällt überhaupt nicht, was er zuletzt vom deutschen Rekordmeister gesehen hat. Zu langsam, zu viel Ballbesitz ohne echte Gefahr und zu wenig Tempo nach vorne.

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Baslers Urteil fällt entsprechend deutlich aus: „langweiliger Fußball“.

Und noch brisanter: International könnte diese Spielweise seiner Meinung nach zum echten Problem werden.

Basler nimmt Bayerns Spiel auseinander

Auslöser für die deutliche Kritik war unter anderem der mühsame 2:1-Erfolg bei der SV Elversberg.

Bayern holte zwar die drei Punkte, überzeugte spielerisch aber über weite Strecken nicht. Lennart Karl brachte die Münchner zunächst in Führung, Maurice Krattenmacher glich nach der Pause aus und erst Harry Kane sorgte für die Erlösung.

Für Basler war das allerdings kein isolierter schwacher Auftritt.

Auch gegen Osnabrück, Schalke und phasenweise gegen Bodø/Glimt will der frühere Bayern-Profi ähnliche Probleme erkannt haben.

Sein Hauptvorwurf: Bayern habe zwar viel Ballbesitz, spiele daraus aber zu selten schnell und konsequent nach vorne.

„Das ist immer quer und rüberschieben und nicht schnell genug“, kritisierte Basler.

Genau darin sieht er eine gefährliche Entwicklung.

Viel Ballbesitz – aber wo ist die Bayern-Power?

Natürlich gehört Kontrolle zum modernen Fußball.

Kompany möchte, dass seine Mannschaft den Ball besitzt, den Gegner laufen lässt und selbst bestimmt, wann das Tempo erhöht wird.

Doch genau hier beginnt die Diskussion.

Denn Ballbesitz allein gewinnt keine Champions League.

Der FC Bayern war in seinen besten internationalen Jahren vor allem dann gefürchtet, wenn er Gegner mit Tempo, Intensität und kompromisslosem Offensivfußball überrollte.

Genau diese Wucht fehlt aktuell phasenweise.

Mit Spielern wie Harry Kane, Michael Olise, Jamal Musiala oder Luis Díaz besitzt Bayern eigentlich genügend offensive Qualität, um nahezu jede Abwehr unter enormen Druck zu setzen.

Doch wenn der Ball zu lange durch die eigenen Reihen läuft und der entscheidende Pass zu spät kommt, kann selbst diese Qualität verpuffen.

Baslers Warnung vor Real und PSG

Noch deutlicher wird Basler mit Blick auf die Champions League.

Was gegen Elversberg gerade noch für drei Punkte reicht, könnte gegen Europas Schwergewichte ganz anders aussehen.

Basler nennt dabei ausdrücklich Paris Saint-Germain und Real Madrid.

Seine Botschaft ist eindeutig: Gegen solche Mannschaften kann Bayern es sich nicht leisten, lange Phasen ohne Tempo und Durchschlagskraft zu haben.

Denn internationale Topteams benötigen oft nur wenige Sekunden, um einen Ballverlust zu bestrafen.

Ein schlechter Pass.

Eine verlorene Situation im Mittelfeld.

Ein schneller Konter.

Tor.

Auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten.

Basler geht deshalb sogar so weit und sagt, Bayern werde mit dieser Spielweise international „keine Chance“ gegen Mannschaften wie PSG oder Real Madrid haben.

Kompany sieht selbst noch Probleme

Interessant ist: Ganz allein steht Basler mit seiner Analyse nicht da.

Auch innerhalb der Mannschaft gibt es durchaus das Bewusstsein, dass Bayern aktuell noch nicht am eigenen Maximum spielt.

Nach der Partie in Elversberg zeigte sich Kompany insbesondere mit dem Beginn seiner Mannschaft unzufrieden. Auch Aleksandar Pavlovic und Harry Kane räumten anschließend Verbesserungspotenzial ein.

Luis Díaz erklärte wenige Tage später ebenfalls, Bayern sei noch nicht wieder auf dem Level der vergangenen Saison.

Von einer Krise kann trotzdem keine Rede sein.

Bayern gewann fünf der ersten sechs Pflichtspiele der Saison. In der Champions League wurde Bodø/Glimt sogar mit 5:0 besiegt.

Die Ergebnisse stimmen also.

Die Frage lautet vielmehr: Reicht die aktuelle Spielweise auch dann, wenn die Gegner deutlich stärker werden?

Ist Kompanys Rotation Teil des Problems?

Hinzu kommt, dass Kompany derzeit deutlich rotiert.

Gegen Elversberg veränderte der Bayern-Coach seine Startelf im Vergleich zum Champions-League-Spiel gegen Bodø/Glimt auf gleich sieben Positionen.

Manuel Neuer, Joshua Kimmich, Jamal Musiala und Luis Díaz saßen zunächst auf der Bank.

Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar.

Die Saison ist lang, die Belastung enorm und Bayern benötigt einen breiten Kader, wenn man in Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League bis zum Ende um die Titel kämpfen möchte.

Doch zu viel Rotation kann auch Rhythmus kosten.

Gerade im Zusammenspiel zwischen Mittelfeld und Offensive wirkten die Münchner in Elversberg lange nicht so selbstverständlich, wie man es von einer Bayern-Mannschaft erwarten würde.

Jetzt muss Bayern die Antwort auf dem Platz geben

Baslers Kritik ist hart.

Vielleicht ist sie an einigen Stellen bewusst überspitzt.

Aber vollständig ignorieren kann Bayern seine Warnung nicht.

Denn die großen Ziele in München haben sich nicht verändert.

Die Meisterschaft allein reicht nicht.

Der DFB-Pokal allein reicht nicht.

Der FC Bayern will zurück an die absolute Spitze Europas.

Und dort warten Mannschaften, die jede Schwäche bestrafen.

Kompany muss deshalb die Balance finden: Kontrolle ohne Langeweile. Ballbesitz ohne endlose Querpässe. Rotation ohne Rhythmusverlust. Und vor allem wieder jene Geschwindigkeit, mit der Bayern seine Gegner innerhalb weniger Minuten überrollen kann.

Die Qualität dafür ist zweifellos vorhanden.

Harry Kane kann Spiele entscheiden. Musiala kann ganze Abwehrreihen auseinandernehmen. Olise kann aus dem Nichts Gefahr erzeugen.

Doch all diese Waffen müssen auch konsequent eingesetzt werden.

Basler hat die Warnung ausgesprochen.

Jetzt liegt es an Kompany und seinen Spielern, ihm auf dem Platz zu widersprechen.

Denn spätestens wenn Real Madrid, PSG oder ein anderer europäischer Gigant wartet, gibt es keine Ausreden mehr.

Dann wird sich zeigen, ob Bayerns kontrollierter Fußball tatsächlich der Weg zurück auf Europas Thron ist – oder ob Basler mit seiner Warnung früher recht hatte, als es den Münchnern lieb sein kann.

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