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Analysen

Endlich kracht es wieder an der Säbener Straße! Warum Kompanys Wutanfall genau die richtige Medizin ist

Endlich kracht es wieder an der Säbener Straße! Warum Kompanys Wutanfall genau die richtige Medizin ist

Ganz ehrlich: Als die Berichte über Vincent Kompanys Halbzeit-Ausraster in der Kabine an der Kaiserlinde durchsickerten, ging mir nicht der Schock durch die Glieder – sondern ein gewaltiges Gefühl der Erleichterung!

Da führt unsere millionenschwere Truppe bei einem frechen, aufmüpfigen Aufsteiger wie der SV Elversberg mit 1:0 durch das Tor von Youngster Lennart Karl, und was passiert in der Halbzeitpause? Schlafwagen-Zufriedenheit? Ein laues Schulterklopfen? Von wegen! Kompany hat die Kabine in Schutt und Asche gebrüllt, hat vor Wut auf die Taktiktafel eingeschlagen und den Stars die Leviten gelesen!

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Und ich sage laut und deutlich: Gott sei Dank! Genau diesen Trainer braucht der FC Bayern München!

Haben diese Herrschaften eigentlich vergessen, was das Trikot mit der Raute auf der Brust bedeutet? Was wir in der ersten Halbzeit in Elversberg gesehen haben – und zuvor schon beim peinlichen 0:0-Gewürge auf Schalke –, war die Rückkehr jener fatalen Arroganz, die uns in den letzten Jahren Titel gekostet hat. Die Mentalität, mit 70 Prozent Einsatz durch die deutsche Provinz spazieren zu können, nur weil auf dem Rücken klangvolle Namen stehen.

Dass Kompany sich Josip Stanišić und Dayot Upamecano vorgeknöpft und ihnen die Fehler gnadenlos um die Ohren gehauen hat, war überfällig. Wer in der Defensive derart unkonzentriert, behäbig und schlampig agiert, gefährdet das gesamte Fundament. Wenn die Grundlagen fehlen, wenn der Biss in den Zweikämpfen nicht stimmt, dann hilft auch kein Schönwetter-Ballbesitz.

Und dass er sich auch Torschütze Lennart Karl zur Brust genommen hat, zeigt die wahre Größe und Autorität dieses Trainers: Karl schiebt das 1:0 rein und rennt mit dem Zeigefinger auf den Lippen vor die Kurve von Elversberg – eine billige „Pssst“-Geste gegen einen Verein, dessen gesamter Kader wahrscheinlich weniger kostet als die Spesenabrechnung unserer Stars. Kompany hat ihm diesen respektlosen Unsinn sofort ausgetrieben! Ein 18-Jähriger beim FC Bayern hat bescheiden zu bleiben, Tore zu schießen und nicht die Fans kleiner Vereine zu verhöhnen. Dass Karl sich hinterher kleinlaut entschuldigen musste, war eine verdiente Lektion.

Viel zu lange hatten wir an unserer Seitenlinie Trainer, die bei Lethargie und Schlendrian ratlos die Hände in die Taschen steckten oder diplomatische Floskeln in die Mikrofone säuselten. Vincent Kompany dagegen weiß, wie man Meister wird. Er hat unter Pep Guardiola auf Weltklasseniveau gekämpft, er hat als Kapitän bei Manchester City jeden Zentimeter Rasen umgepflügt. Wer glaubt, den sanften Moderator spielen zu können, hat sich gewaltig geschnitten.

Dieser Wutanfall war kein Kontrollverlust. Es war ein heilsamer Donnerschlag. Wer im Bayern-Trikot nicht bereit ist, in jedem Kaff der Republik 90 Minuten lang Dreck zu fressen, der gehört auf die Tribüne.

Vincent, mach weiter so! Hau auf die Taktiktafel, zieh den Schlafmützen die Ohren lang und brenne ihnen das „Mia san Mia“ wieder ins Gedächtnis ein. Nur so holen wir uns die Meisterschale und den Respekt in Europa zurück!

Euer rot-weißer Chronist.

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