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Analysen

GENUG VOM BALLON-D’OR-ZIRKUS! Olise liefert die Argumente – wer Bayern übersieht, macht es sich zu einfach!

GENUG VOM BALLON-D’OR-ZIRKUS! Olise liefert die Argumente – wer Bayern übersieht, macht es sich zu einfach!

Manchmal möchte man den Fußballbetrieb am Kragen packen und fragen: Schaut ihr eigentlich noch auf den Platz? Michael Olise liefert beim FC Bayern Argumente für die Weltklasse-Debatte. Und wir sollen bei seinem Namen vorsichtig flüstern, sobald es um den Ballon d’Or geht? Ganz bestimmt nicht!

Bavarian Football Works nennt acht Tore in den ersten sieben Pflichtspielen und diskutiert damit ausdrücklich Olises Chancen auf eine Ballon-d’Or-Nominierung. Das ist noch keine fertige Bewerbung für den goldenen Ball. Aber es ist ein ziemlich guter Grund, endlich ernsthaft über ihn zu sprechen. Wer solche Leistungen nur mit einem freundlichen Schulterzucken quittiert, sollte erklären können, was ihm eigentlich noch fehlt.

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Weltklasse braucht keine Erlaubnis aus Madrid oder Barcelona

Man stelle sich dieselbe Debatte einmal mit einem anderen Trikot vor. Würden wir bei einem solchen Saisonstart in Madrid oder Barcelona ebenfalls erst einmal zur Zurückhaltung mahnen? Oder würden längst die ersten goldenen Fotomontagen durch die sozialen Netzwerke fliegen? Die Frage muss erlaubt sein. Bayern-Fans müssen sich jedenfalls nicht dafür entschuldigen, wenn sie die eigenen Spieler mit demselben Selbstbewusstsein beurteilen, das anderswo zur Grundausstattung gehört.

Dabei geht es keineswegs darum, Olise im September schon eine Trophäe in die Hand zu drücken. Es geht darum, ihn an seiner Leistung zu messen. Das Bayern-Trikot darf in einer Weltklasse-Debatte kein Grund für einen Rabatt auf die Anerkennung sein.

Der schönste Wahlkampf findet im Strafraum statt

Beim 7:0 gegen Union Berlin steuerte Olise drei Tore bei. Ein Auftritt, der sehr anschaulich machte, warum sein Name in dieser Diskussion auftaucht. Wer ein Spiel derart prägt, liefert mehr als hübsche Bilder für einen Zusammenschnitt. Er liefert seinem Verein einen handfesten sportlichen Vorteil.

Und genau hier wird es aus Bayern-Sicht spannend. Für gegnerische Trainer wäre es ausgesprochen angenehm, wenn sich die Münchner Offensive auf eine einzige Gefahr reduzieren ließe. Alle Augen auf Harry Kane, und der Rest wird schon irgendwie funktionieren? Viel Vergnügen mit diesem Plan, wenn Olise selbst zum Vollstrecker wird. Jede zusätzliche Gefahr zwingt eine Abwehr zu Entscheidungen. Und jede falsche Entscheidung kann Bayern Platz verschaffen.

Für mich liegt darin der eigentliche Wert dieser Debatte. Eine individuelle Auszeichnung wäre großartig. Noch wichtiger ist ein Olise, der Bayern in den entscheidenden Wochen mehrere Wege zum Sieg eröffnet. Ein Gegner soll sich gegen München entscheiden müssen, welches Problem er zuerst lösen will – und anschließend feststellen, dass die anderen längst vor seinem Tor stehen.

Jetzt kommt der Teil, den kein Hype ersetzen kann

Natürlich bleiben sieben Spiele sieben Spiele. Wer daraus schon einen sicheren Ballon-d’Or-Sieger macht, verwechselt einen starken Anfang mit einer abgeschlossenen Saison. Die großen Prüfungen werden kommen: enge Partien, unangenehme Gegner, Abende, an denen die erste Aktion misslingt und die zweite ebenfalls. Genau dann muss aus Begeisterung Verlässlichkeit werden.

Das ist der Anspruch, den wir als Bayern-Fans haben sollten. Wir dürfen Olise feiern und gleichzeitig mehr von ihm erwarten. Mehr Verantwortung, mehr entscheidende Aktionen, mehr solcher Auftritte auf der größten Bühne. Hohe Erwartungen sind bei diesem Verein schließlich keine Beleidigung. Sie sind die Konsequenz daraus, dass man einem Spieler Großes zutraut.

Mein Urteil: Bayern muss bei Olise nicht um Aufmerksamkeit betteln

Olise gehört für mich in die Diskussion um die Spieler, die eine Saison auf höchstem Niveau prägen können. Ob daraus am Ende ein Platz ganz vorne bei der Weltfußballerwahl wird, muss er über Monate zeigen. Aber seinen Namen schon jetzt kleinzureden, wäre genauso bequem, wie ihn vorschnell zum Sieger auszurufen.

Also lassen wir anderen ihre vorzeitigen Krönungszeremonien. In München darf die Antwort auf dem Platz entstehen – mit Toren, Ideen und dem Anspruch, auch dann zu liefern, wenn es wirklich wehtut.

Der goldene Ball wird nicht an der Säbener Straße vergeben. Die Argumente dafür können dort sehr wohl entstehen. Mia san mia!

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