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Analysen

KAHN RÜGT KLOPP – UND STELLT DANN SELBST DIE KANE-FRAGE!

KAHN RÜGT KLOPP – UND STELLT DANN SELBST DIE KANE-FRAGE!

Oliver Kahn mahnt Jürgen Klopp zur Zurückhaltung. Doch wer seinen Auftritt vollständig betrachtet, entdeckt eine interessante Wendung: Auch der frühere Bayern-Boss hat Fragen zu Harry Kanes ungewöhnlich tiefer Position.

Bei „Triple – der Hagedorn Fußballtalk“ auf RTL/Sky Sport kritisierte Kahn den öffentlichen Umgang des Bundestrainers mit Vincent Kompanys Arbeit. „Ich habe erst nachdenken müssen, ob er Nationaltrainer ist oder immer noch Fußballexperte“, sagte er.

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Der Anlass: Klopp hatte während des Arsenal-Spiels bei DAZN erklärt, Bayerns Verhalten gegen den Ball nicht vollständig zu verstehen. Kompany ließ sich anschließend auf keine öffentliche Diskussion darüber ein.

Kahn kritisiert die Rolle – und fragt selbst nach

Kahns Einwand betrifft vor allem die Verantwortung des Amtes. Ein Bundestrainer müsse bedenken, wie seine Worte bei einem Vereinskollegen ankommen. Zwischen einer lockeren Fernsehanalyse und einer öffentlich wahrgenommenen Bewertung durch den Nationalcoach liegt schließlich ein Unterschied.

Bemerkenswert ist allerdings, was Kahn selbst über Kane sagte. Dessen Präsenz am eigenen Strafraum betrachtete er ebenfalls skeptisch. Er bezweifelte, dass diese tiefe Positionierung tatsächlich so vom Trainer vorgesehen gewesen sei.

Das ist keine Bestätigung sämtlicher Klopp-Aussagen. Es zeigt aber, dass Kahn die taktische Frage keineswegs für erledigt hält.

Er fordert Rücksicht auf Kompany, ohne dessen Spielweise pauschal von jeder Kritik auszunehmen.

Kein Maulkorb, sondern eine Frage des Absenders

Darin steckt die eigentliche Spannung dieser Debatte. Dieselbe Beobachtung kann unterschiedlich wirken, je nachdem, wer sie äußert. Kahn spricht als ehemaliger Funktionär und TV-Gast. Klopp trägt als Bundestrainer eine aktuelle Verantwortung für die Zusammenarbeit mit den Vereinen.

Trotzdem darf Kollegialität nicht bedeuten, dass Fußball nur noch mit unverbindlichen Komplimenten erklärt wird. Sachliche Fragen bleiben erlaubt. Entscheidend sind Formulierung, Kontext und die Bereitschaft, eine Beobachtung nicht vorschnell zum Urteil zu machen.

Für Bayern wäre wenig gewonnen, wenn aus jeder Nachfrage sofort ein Angriff auf Kompany würde. Ebenso wenig braucht der Trainer eine öffentliche Belehrung von oben.

Die spannende Frage bleibt: Wie viel Offenheit verträgt der Fußball, wenn ausgerechnet die fachkundigsten Gesprächspartner zugleich aufeinander angewiesen sind?

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