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Analysen

KLOPP BREMST DEN BAYERN-HYPE! Urbig hält die Null – doch Deutschlands Nummer 1 ist er trotzdem nicht

KLOPP BREMST DEN BAYERN-HYPE! Urbig hält die Null – doch Deutschlands Nummer 1 ist er trotzdem nicht

Klopp bremst den Urbig-Hype

Eigentlich hätte die Geschichte kaum besser beginnen können: Erstes A-Länderspiel, 2:0-Sieg gegen Serbien, kein Gegentor. Jonas Urbig hat seine erste große Prüfung im deutschen Tor ohne sichtbaren Makel überstanden.

Und trotzdem gibt es von Jürgen Klopp anschließend keine Krönung.

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Keine Beförderung.

Keine Garantie.

Der Bundestrainer macht deutlich, dass der Bayern-Keeper nach seinem gelungenen Debüt nicht automatisch Deutschlands neue Nummer eins ist.

Für Urbig ist das keine Niederlage. Aber es ist eine klare Botschaft: Der Kampf um das deutsche Tor hat gerade erst begonnen.

Kompany sieht die Zukunft – Klopp bleibt vorsichtig

Besonders interessant wird die Geschichte, wenn man Klopps Haltung mit den Aussagen von Vincent Kompany vergleicht.

Der Bayern-Trainer hatte sich zuletzt bemerkenswert deutlich positioniert. Für ihn scheint weniger die Frage zu sein, ob Urbig irgendwann Deutschlands Nummer eins wird, sondern vielmehr wann.

Kompany traut seinem jungen Torhüter diesen Weg ausdrücklich zu.

Klopp dagegen denkt als Bundestrainer naturgemäß anders. Er muss nicht nur Urbigs Potenzial bewerten, sondern eine ganze Gruppe von Kandidaten beobachten.

Und genau deshalb will er sich offenbar noch nicht festlegen.

Urbig hält die Null – aber Serbien prüft ihn kaum

Das 2:0 gegen Serbien sieht auf dem Papier für einen Torhüter hervorragend aus.

Doch man sollte das Spiel korrekt einordnen.

Urbig erlebte einen vergleichsweise ruhigen Abend. Deutschland kontrollierte große Teile der Partie, sodass der Bayern-Keeper kaum Möglichkeiten bekam, sich mit spektakulären Paraden in den Vordergrund zu spielen.

Das bedeutet aber nicht, dass sein Debüt wertlos war.

Gerade für einen jungen Torwart kann ein erstes Länderspiel mental eine enorme Herausforderung darstellen. Urbig blieb ruhig, spielte seinen Part und verließ den Platz ohne Gegentor.

Mehr konnte er an diesem Abend kaum tun.

Bei Bayern sitzt er hinter Neuer – beim DFB kämpft er um die Nummer eins

Genau hier liegt die außergewöhnliche Situation.

Beim FC Bayern ist Urbig aktuell nicht die Nummer eins. Solange Manuel Neuer spielt, muss sich der 23-Jährige mit einer Rolle hinter der Münchner Legende arrangieren.

Und trotzdem wird bereits ernsthaft darüber diskutiert, ob dieser Torhüter irgendwann Deutschland anführen könnte.

Das zeigt, wie hoch Urbigs Potenzial eingeschätzt wird.

Bayern hat ihn nicht verpflichtet, damit er dauerhaft auf der Bank sitzt. In München wird er als möglicher Neuer-Nachfolger aufgebaut – und auch seine Berufung in die Nationalmannschaft zeigt, dass seine Entwicklung längst außerhalb der Säbener Straße wahrgenommen wird.

Ter Stegen, Urbig und Co. – Klopp hat die Qual der Wahl

Urbigs größtes Problem ist nicht seine Qualität.

Es ist die Konkurrenz.

Marc-André ter Stegen gehört weiterhin zu den Kandidaten für den Stammplatz. Dazu gibt es mit weiteren deutschen Torhütern Alternativen, die ebenfalls Ansprüche anmelden können.

Klopp nutzt seine ersten Spiele offensichtlich auch dazu, verschiedene Lösungen zu testen.

Für Urbig bedeutet das: Ein Spiel ohne Gegentor ist ein guter Anfang.

Aber eben nur ein Anfang.

Er muss über Monate zeigen, dass er nicht nur Bayerns Torwart der Zukunft sein kann, sondern auch auf internationalem Niveau die Konstanz besitzt, die eine deutsche Nummer eins benötigt.

Vielleicht ist Klopps Zurückhaltung sogar gut für Urbig

So verlockend die große Schlagzeile wäre – vielleicht braucht Urbig momentan überhaupt keine vorzeitige Krönung.

Der Druck beim FC Bayern ist bereits gewaltig. Wer irgendwann Manuel Neuer beerben soll, übernimmt schließlich nicht irgendeinen Arbeitsplatz.

Kommt gleichzeitig noch das Etikett „Deutschlands neue Nummer eins“ hinzu, würde jede Unsicherheit und jeder Fehler sofort unter dem Vergrößerungsglas betrachtet.

Klopp nimmt ihm diesen Druck vorerst.

Urbig darf sich entwickeln.

Er darf Fehler machen.

Und vor allem darf er sich den Platz erarbeiten, anstatt ihn aufgrund seines Talents geschenkt zu bekommen.

Bayern kann trotzdem zufrieden sein

Für den FC Bayern ist die aktuelle Situation beinahe ideal.

Der Klub besitzt mit Urbig einen jungen Torhüter, der bereits für Deutschland debütiert hat und von seinem Vereinstrainer öffentlich enormes Vertrauen erhält.

Gleichzeitig steht mit Manuel Neuer weiterhin einer der erfahrensten Torhüter des europäischen Fußballs vor ihm.

Besser könnte eine Übergangsphase kaum aussehen.

Urbig kann von Neuer lernen, bei Bayern weitere Spielpraxis sammeln und sich parallel beim DFB empfehlen.

Klopp muss ihn heute nicht zur Nummer eins erklären.

Vielleicht reicht es völlig, dass Urbig inzwischen überhaupt ernsthaft Teil dieser Diskussion ist.

Denn vor wenigen Jahren war Manuel Neuer Deutschlands unumstrittener Torwart. Jetzt könnte ausgerechnet sein möglicher Bayern-Nachfolger einer der Männer sein, die um dieses Erbe kämpfen.

Kompany scheint überzeugt zu sein, wie diese Geschichte irgendwann endet. Klopp dagegen sagt sinngemäß: Zeig es mir erst.

Und vielleicht ist genau dieser Konkurrenzkampf das Beste, was Jonas Urbig passieren kann.

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