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Analysen

KLOPP-EUPHORIE KASSIERT EINE OHRFEIGE! Jetzt wartet München – und dort zählen keine Ausreden!

KLOPP-EUPHORIE KASSIERT EINE OHRFEIGE! Jetzt wartet München – und dort zählen keine Ausreden!

Der große Name steht an der Seitenlinie. Der erste Sieg lässt weiter auf sich warten. Deutschlands 0:1 gegen Griechenland hat der Hoffnung auf einen schnellen Klopp-Effekt einen empfindlichen Schlag versetzt. Und ausgerechnet München wird nun zum Schauplatz der nächsten Antwort. Für Bayern-Fans ist klar: Ein berühmter Trainer darf hohe Erwartungen wecken. Er muss sich anschließend auch daran messen lassen.

Nach dem Unentschieden gegen die Niederlande verlor Deutschland Klopps erstes Heimspiel in Augsburg. Damit steht nach zwei Partien ein Punkt. Am Donnerstag folgt in München das Spiel gegen Serbien.

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Das ist noch keine Krise, die einen kompletten Neustart infrage stellt. Aber es ist ein Ergebnis, das jede vorzeitige Begeisterung zurechtrückt. Griechenland musste sich schließlich nicht darum kümmern, wie schön eine deutsche Aufbruchsgeschichte geklungen hätte.

Kimmich auf dem falschen Bild – doch die Szene beginnt früher

Die Entscheidung fiel in der 74. Minute: Dimitrios Kourbelis setzte sich gegen Felix Nmecha durch und schoss. Joshua Kimmich lenkte den Ball anschließend unhaltbar für Alexander Nübel ab. Zuvor hatte der Bayern-Star selbst mit einem Freistoß den griechischen Torwart Konstantinos Tzolakis geprüft. Auch Karim Adeyemi war mit gefährlichen Abschlüssen aufgefallen.

Für mich zeigt gerade das Gegentor, warum eine ordentliche Analyse mehr braucht als das letzte Fernsehbild. Wer nur auf Kimmichs Kontakt schaut, überspringt die Frage, weshalb der Abschluss überhaupt möglich wurde.

Das entlastet ihn nicht pauschal. Es verpflichtet vielmehr dazu, die gesamte Situation zu bewerten. Druck auf den Ball, Absicherung, Reaktion: Eine Mannschaft verteidigt gemeinsam. Auch wenn am Ende nur ein Spieler unfreiwillig die Flugbahn verändert.

Als Bayern-Fan wünsche ich mir klare Kritik. Für bequeme Schuldzuweisungen ist der Fußball zu kompliziert.

Klopp darf ausprobieren. Aber die Versuche müssen etwas ergeben.

Der Bundestrainer veränderte seine Startelf gegenüber dem Niederlande-Spiel auf fünf Positionen. Unter anderem begann Bambasé Conté erstmals für die A-Nationalmannschaft.

Solche Entscheidungen gehören zu einem Neubeginn. Ein Trainer muss herausfinden, wer seine Vorstellungen umsetzen kann. Würde er ausschließlich Bekanntes wiederholen, käme sofort die Frage, wozu der Neustart überhaupt gut sein soll.

Trotzdem darf eine Testphase nicht zum Schutzraum vor jeder Bewertung werden. Interessant ist, welche Erkenntnisse daraus folgen. Wer ergänzt wen? Welche Kombination schafft Sicherheit? Welche Rolle überfordert einen Spieler?

Ein misslungener Versuch kann nützlich sein. Derselbe misslungene Versuch ohne erkennbare Korrektur wird irgendwann zur Gewohnheit. Genau diesen Unterschied muss Klopp in den kommenden Auftritten sichtbar machen.

München braucht keine Erlöser-Show

Für die nächste Partie wünsche ich mir aus Bayern-Sicht vor allem Klarheit. Wer spielt, soll wissen, welche Aufgabe er hat und welche Unterstützung er erwarten kann. Die Münchner Kandidaten müssen sich dabei genauso beweisen wie alle anderen.

Eine Aufstellung wird nicht automatisch besser, weil möglichst viele Bayern-Spieler darin stehen. Eingespielte Verbindungen und individuelle Qualität sollte der Bundestrainer aber gezielt nutzen. Entscheidend bleibt, ob daraus eine funktionierende Mannschaft entsteht.

Wir kennen in München den Anspruch, Spiele aktiv entscheiden zu wollen. Dazu gehört, nach einem Fehlpass sofort wieder eine Lösung anzubieten. Dazu gehört auch, einen Gegner geduldig zu bearbeiten, ohne die eigene Entschlossenheit zu verlieren.

Genau das möchte ich sehen: Spieler, die Verantwortung übernehmen, wenn der Abend unangenehm wird.

Mein Urteil: Jetzt beginnt die Arbeit, für die Klopp geholt wurde

Nach zwei Spielen ein endgültiges Urteil zu fällen, wäre lächerlich. Klopp aufgrund seines Namens von jeder kritischen Frage auszunehmen, wäre es ebenfalls.

Die nächste Antwort muss deshalb konkret sein: bessere Abstimmung, klare Entscheidungen und genügend Gefahr vor dem gegnerischen Tor. Das Publikum kann die Mannschaft tragen. Den entscheidenden Schritt müssen die Spieler selbst machen.

München ist eine gute Bühne für einen neuen Anfang. Den Applaus muss sich diese Mannschaft dort allerdings erst verdienen.

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