Lieber Max Eberl, worauf wartet ihr noch? Harry Kane muss beim FC Bayern bleiben!
94 Bundesliga-Spiele.
Lest diese beiden Zahlen bitte noch einmal.
98 Tore in 94 Spielen.
Und trotzdem sprechen wir darüber, ob und wie lange Harry Kane seinen Vertrag beim FC Bayern verlängern wird?
Ganz ehrlich: Für mich als Bayern-Fan gibt es bei dieser Frage eigentlich nicht besonders viel zu verhandeln.
Lieber Max Eberl, lieber FC Bayern:
Setzt euch mit Harry an einen Tisch, legt den Vertrag hin und sorgt dafür, dass dieser Mann noch lange unser Trikot trägt.
Manchmal ist Fußball nämlich gar nicht so kompliziert.
Wir haben jahrelang nach einem Lewandowski-Nachfolger gesucht
Erinnert ihr euch noch an die Diskussionen nach Robert Lewandowskis Abschied?
Wer ersetzt seine Tore?
Braucht Bayern überhaupt noch einen klassischen Neuner?
Kann man die Verantwortung auf mehrere Spieler verteilen?
Es wurden Namen diskutiert, Systeme verändert und Lösungen ausprobiert.
Und dann kam Harry Kane.
Seitdem brauchen wir diese Diskussion nicht mehr.
Der Mann kam nach München und machte genau das, wofür Bayern ihn verpflichtet hatte.
Tore.
Tore.
Und noch mehr Tore.
Aber Kane nur auf seine Treffer zu reduzieren, wäre inzwischen fast beleidigend.
Er lässt sich fallen, verteilt Bälle, bindet Gegenspieler, öffnet Räume und übernimmt Verantwortung.
Und wenn Bayern einen Elfmeter bekommt?
Dann kann ich als Fan mittlerweile fast schon in die Küche gehen und mir einen Kaffee machen.
Drei Jahre Bundesliga – dreimal Torschützenkönig
Vielleicht haben wir uns einfach zu schnell daran gewöhnt.
Harry Kane kam 2023 nach Deutschland.
Was passierte?
Torschützenkönig.
Nächste Saison?
Wieder Torschützenkönig.
Und vergangene Saison?
Noch einmal.
Dreimal Bundesliga. Dreimal Torjägerkanone.
Das hat vor ihm noch niemand geschafft, der neu in diese Liga gekommen ist.
Vergangene Saison waren es 36 Bundesliga-Tore.
Insgesamt steht Kane bei 98 Treffern nach 94 Ligaspielen.
Und jetzt fehlen ihm nur noch zwei Tore zur 100.
Zwei.
Wenn dieser Mann so weitermacht, wird er nicht einfach irgendein ausländischer Star gewesen sein, der ein paar gute Jahre in München hatte.
Dann schreibt er Bundesliga-Geschichte.
Und endlich hat er auch die Titel
Wie oft mussten wir uns diesen Satz anhören?
„Harry Kane gewinnt keine Titel.“
Als wäre ein einzelner Spieler dafür verantwortlich, dass Tottenham jahrelang keinen Pokal gewonnen hat.
Als wäre seine Karriere weniger wert, weil irgendwo eine Trophäe fehlte.
Diese Diskussion können wir inzwischen zum Glück beerdigen.
Deutscher Meister.
DFB-Pokalsieger.
Supercup-Sieger.
Und trotzdem sieht Kane nicht aus wie jemand, der jetzt zufrieden seine Karriere auslaufen lassen möchte.
Genau das gefällt mir.
Er ist nach München gekommen, um Titel zu gewinnen.
Jetzt hat er welche.
Und ich habe das Gefühl:
Jetzt will er noch mehr.
33 Jahre? Interessiert mich nicht
Natürlich kommt jetzt das große Gegenargument.
Harry Kane ist 33 Jahre alt.
Ja.
Und?
Wenn Kane plötzlich langsam wäre, kaum noch treffen würde und körperlich sichtbar abbauen würde, könnten wir über sein Alter diskutieren.
Aber schauen wir uns doch an, was tatsächlich auf dem Platz passiert.
36 Bundesliga-Tore in der vergangenen Saison.
98 Tore in 94 Bundesliga-Spielen insgesamt.
Drei Torjägerkanonen hintereinander.
Wo genau ist das Problem?
Wir sollten aufhören, Fußballer ausschließlich nach ihrem Geburtsdatum zu beurteilen.
Ein 33-Jähriger, der 36 Tore schießt, hilft mir mehr als ein 23-Jähriger mit „riesigem Potenzial“, der zwölfmal trifft.
Ganz einfach.
Natürlich darf Bayern nicht jeden Preis bezahlen
Und trotzdem muss man als Bayern-Fan vernünftig bleiben.
Ich sage nicht:
Gebt Kane einen Vertrag bis 2035 und lasst ihn selbst die Zahl beim Gehalt eintragen.
Natürlich muss der Verein wirtschaftlich denken.
Natürlich muss Max Eberl überlegen, wie lange Kane dieses Niveau körperlich halten kann.
Und natürlich muss irgendwann ein Nachfolger aufgebaut werden.
Aber genau deshalb braucht es jetzt eine vernünftige Lösung.
Ein Vertrag, der Kane Sicherheit gibt und Bayern gleichzeitig genügend Flexibilität lässt.
Denn einen Fehler dürfen wir auf keinen Fall machen:
Zu lange warten und plötzlich feststellen, dass halb Europa vor seiner Tür steht.
Wer soll ihn denn ersetzen?
Das ist für mich sowieso die entscheidende Frage.
Angenommen, Bayern lässt Kane irgendwann gehen.
Wer kommt dann?
Ein Stürmer, der garantiert 30 Bundesliga-Tore macht?
Viel Glück bei der Suche.
Und wenn man ihn findet, kostet er wahrscheinlich ein Vermögen.
Genau das wird bei solchen Diskussionen häufig vergessen.
Wir sprechen nicht nur darüber, ob Harry Kane irgendwann ein paar Prozent schlechter werden könnte.
Wir müssen auch darüber sprechen, wie unglaublich schwierig es wäre, einen Spieler seiner Qualität zu ersetzen.
Einen Torjäger.
Einen Führungsspieler.
Einen Weltstar.
Einen Spieler, der mittlerweile perfekt zu diesem Verein und dieser Mannschaft passt.
So etwas findet man nicht jeden Sommer auf dem Transfermarkt.
Und Kane selbst gibt Bayern gerade die perfekte Vorlage
Das vielleicht Beste an der ganzen Geschichte:
Kane wirkt nicht wie jemand, der unbedingt weg möchte.
Ganz im Gegenteil.
Er hat zuletzt deutlich gemacht, dass der Reiz einer Rückkehr in die Premier League nicht mehr derselbe ist wie früher.
Er fühlt sich in München wohl.
Seine Familie fühlt sich wohl.
Er gewinnt Titel.
Er schießt Tore.
Er spielt Champions League.
Was genau sollte Bayern ihm also noch bieten?
Eine Perspektive.
Und einen Vertrag.
Mehr braucht es eigentlich nicht.
Kane könnte in München zur echten Legende werden
Und genau hier wird die Geschichte für mich richtig interessant.
Harry Kane kam als englischer Superstar nach München.
Als Tottenham-Legende.
Als Kapitän der englischen Nationalmannschaft.
Als einer der besten Stürmer seiner Generation.
Aber vielleicht verlässt er diesen Verein irgendwann mit einer ganz anderen Bezeichnung.
Als Bayern-Legende.
Dafür braucht es natürlich noch Zeit.
Große Champions-League-Abende.
Weitere Meisterschaften.
Weitere Pokale.
Vielleicht irgendwann diesen einen ganz großen europäischen Henkelpott.
Aber die Grundlage ist längst da.
146 Pflichtspieltore für Bayern.
98 davon allein in der Bundesliga.
Und noch ist er nicht fertig.
Warum sollten wir diese Geschichte jetzt künstlich verkürzen?
Lieber Max Eberl: Manchmal muss man einfach machen
Transfers sind kompliziert.
Verträge sind kompliziert.
Kaderplanung ist kompliziert.
Harry Kane ist es nicht.
Der Mann schießt Tore.
Der Mann gewinnt inzwischen Titel.
Der Mann fühlt sich in München wohl.
Der FC Bayern will ihn behalten.
Und Kane kann sich vorstellen zu bleiben.
Also bitte:
Macht es nicht komplizierter, als es sein muss.
Setzt euch zusammen.
Findet eine Lösung.
Gebt uns Bayern-Fans noch ein paar Jahre Harry Kane.
Denn irgendwann wird der Tag kommen, an dem wir einen Mittelstürmer suchen und uns wünschen werden, wieder jemanden zu haben, bei dem wir schon vor dem Elfmeter wussten, dass der Ball gleich im Netz liegt.
Im Moment haben wir genau diesen Mann.
Und solange Harry Kane auf diesem Niveau spielt, gibt es für mich nur eine vernünftige Antwort auf die Vertragsfrage:
Verlängern.
Nicht irgendwann.
Nicht wenn er bei 110 Bundesliga-Toren steht.
Nicht wenn andere Vereine plötzlich ernst machen.
Sondern jetzt.
Denn einen Harry Kane ersetzt man nicht einfach.
Mia san mia. 🔴⚪