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Analysen

„MACHT, WAS IHR WOLLT!“ Klopp hat genug von der Kimmich-Debatte – doch ein Satz lässt aufhorchen

„MACHT, WAS IHR WOLLT!“ Klopp hat genug von der Kimmich-Debatte – doch ein Satz lässt aufhorchen

„Macht, was ihr wollt!“ – Klopp hat genug

Jürgen Klopp versucht es mit Erklärungen. Er versucht es mit Einordnung. Und irgendwann scheint selbst ihm die Diskussion zu viel zu werden.

„Macht, was ihr wollt. Ich bin total happy.“

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Mit diesen Worten reagierte der Bundestrainer auf die inzwischen kaum noch zu überhörende Debatte um Joshua Kimmich.

Doch wer Klopps komplette Antwort betrachtet, erkennt schnell: Ganz so einfach lässt sich dieses Thema nicht mehr wegwischen.

Denn Klopp verteidigt seinen Kapitän – stellt gleichzeitig aber einen Grundsatz auf, der auch für Kimmich gilt.

Kein Name garantiert einen Stammplatz

Klopp machte vor dem nächsten Nations-League-Spiel gegen Griechenland deutlich, dass der starke Auftritt des Mittelfelds gegen Serbien natürlich registriert wurde.

Tom Bischof, Aleksandar Pavlovic und Florian Wirtz hatten beim 2:0 überzeugt. Ausgerechnet in jenem Spiel also, in dem Kimmich nicht auf dem Platz stand.

Doch daraus möchte Klopp keine feste Hierarchie ableiten.

Seine Botschaft ist vielmehr bemerkenswert simpel: Wer spielen will, muss in Form sein.

Das gilt im Verein.

Und das gilt offenbar auch in der Nationalmannschaft.

Genau dieser Satz macht die Sache für Kimmich interessant

Natürlich bedeutet das nicht, dass Kimmich plötzlich seinen Stammplatz verloren hat.

Er ist Kapitän, Führungsspieler und einer der erfahrensten Akteure dieser Mannschaft.

Aber Klopp sagt eben auch nicht: Joshua spielt immer.

Stattdessen betont er, dass seine Mannschaft unterschiedliche Spielertypen benötigt. Leader, laufstarke Spieler, kreative Fußballer – und vor allem mehr als nur drei gute Mittelfeldspieler.

Für Deutschland ist das eine hervorragende Nachricht. Für Kimmich bedeutet es: Die Konkurrenz ist real.

Bischof und Pavlovic haben Klopp ein Luxusproblem beschert

Und aus Bayern-Sicht wird die Geschichte besonders spannend.

Denn die beiden Spieler, die diese Diskussion überhaupt erst befeuern, kommen ebenfalls aus München.

Tom Bischof und Aleksandar Pavlovic.

Beide überzeugten gegen Serbien im Zentrum. Bischof erzielte sogar den Führungstreffer, Pavlovic präsentierte sich äußerst präsent im Mittelfeld.

Plötzlich geht es deshalb nicht mehr nur um die Frage, wer neben Kimmich spielen soll.

Es entsteht eine viel unbequemere Frage:

Muss Kimmich künftig selbst stärker um seinen Platz kämpfen?

Klopp will keine Anti-Kimmich-Geschichte

Der Bundestrainer versucht seit Tagen, genau diese Interpretation zu verhindern.

Schon nach dem Serbien-Spiel reagierte Klopp gereizt, als aus dem starken Auftritt von Bischof, Pavlovic und Wirtz indirekt eine Kimmich-Diskussion entstand.

Sein Ansatz ist nachvollziehbar.

Deutschland soll nicht davon abhängig sein, dass eine bestimmte Kombination auf dem Platz steht. Die Spielidee soll funktionieren, unabhängig davon, welche Spieler gerade eingesetzt werden.

Das ist eigentlich keine Kritik an Kimmich.

Es ist vielmehr Klopps Vorstellung einer funktionierenden Mannschaft.

Doch genau diese Philosophie verändert möglicherweise Kimmichs bisherige Sonderstellung.

Vielleicht beginnt gerade eine neue Ära im deutschen Mittelfeld

Über Jahre war die Diskussion häufig eine andere.

Wo spielt Kimmich?

Rechtsverteidiger oder Mittelfeld?

Wer spielt neben ihm?

Jetzt könnte sich die Perspektive erstmals verschieben.

Denn mit Pavlovic und Bischof drängen zwei junge Bayern-Spieler nach vorne, während Florian Wirtz ohnehin eine zentrale Rolle im deutschen Offensivspiel beansprucht.

Plötzlich besitzt Klopp mehrere Varianten.

Und genau das wollte er offenbar erreichen.

Auch Bayern sollte diese Entwicklung genau beobachten

Was beim DFB passiert, könnte irgendwann auch an der Säbener Straße interessant werden.

Kimmich bleibt für Bayern enorm wichtig. Doch Pavlovic und Bischof sind nicht mehr nur Talente, die irgendwann einmal Verantwortung übernehmen könnten.

Sie beginnen bereits jetzt damit.

Wenn beide ihre Entwicklung fortsetzen, wird Vincent Kompany irgendwann dieselben Fragen beantworten müssen, mit denen Klopp gerade konfrontiert wird.

Wie sieht das ideale Bayern-Mittelfeld aus?

Wer gibt die Struktur vor?

Und muss wirklich jede Mannschaft automatisch um Joshua Kimmich herum aufgebaut werden?

Klopp schützt Kimmich – aber nicht vor Konkurrenz

Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis aus Klopps Aussagen.

Er stellt sich öffentlich vor seinen Kapitän.

Er weigert sich, aus einem starken Spiel ohne Kimmich eine Grundsatzentscheidung zu machen.

Aber gleichzeitig schafft er auch keine künstliche Stammplatzgarantie.

Leistung und Form sollen entscheiden.

Und eigentlich könnte genau das Kimmich sogar guttun.

Denn ein Joshua Kimmich, der nicht jedes Problem alleine lösen muss und neben sich zwei junge Bayern-Spieler hat, die Verantwortung übernehmen können, könnte am Ende wertvoller sein als ein Kimmich, von dem permanent erwartet wird, dass er überall gleichzeitig ist.

Klopp möchte die Debatte offensichtlich beenden.

Doch Bischof und Pavlovic haben auf dem Platz dafür gesorgt, dass sie wahrscheinlich gerade erst richtig begonnen hat.

Und die entscheidende Frage lautet jetzt: Ist Joshua Kimmich unter Klopp weiterhin unantastbar – oder muss selbst der Kapitän seinen Platz Woche für Woche neu verdienen?

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